Nathalie Pohl gewinnt legendäres „20 Bridges Swim“ in New York und bewältigt „Triple Crown of Open water Swimming“

New York. Das sind der Central Park, die 5th Avenue und der Broadway. Doch die Megacity am Atlantik ist auch die Stadt des Wassers und ein echter „Hotspot“ für Freiwasserschwimmer. Der rund 46 Kilometer lange „20 Bridges Swim“ (vorher Manhattan Island Marathon Swim) gilt als einer der härtesten Freiwasserwettkämpfe der Welt. Gemeistert hat diese Herausforderung auch die Ausnahmeathletin Nathalie Pohl. In der herausragenden Zeit von 8:12:37 Stunden bewältigte sie als drittschnellste Europäerin und erste Deutsche in der Geschichte des Wettkampfes die anspruchsvolle Strecke und darf sich nun mit der „Triple Crown of Open Water Swimming“ schmücken. Diesen Titel tragen nur sehr wenige Extremschwimmer. Es sind all jene, die den Ärmelkanal, den Catalina Channel und den Rundkurs um Manhattan geschafft haben. Die 23-Jährige nach dem Wettkampf: „Ich bin überglücklich! Schon allein die Kulisse ist unfassbar, jetzt aber auch noch das Triple erreicht zu haben – unglaublich! Das Training hat sich ausgezahlt und ich wurde mit einer der spektakulärsten Kulissen im Freiwasserschwimmen belohnt.“


Rund 15 Teilnehmer sowie rund 15 Begleitboote und Kajaks begaben sich vergangenes Wochenende auf die anspruchsvolle Strecke um die berühmte Freiheitsstatue. Das Freiwasserschwimmen hat in New York lange Tradition. Bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt es auf den Wasserwegen rund um die Stadt Wettkämpfe, denn die schwierigen Bedingungen ziehen Athleten geradezu magisch an. Der Hudson River trennt das Stadtzentrum von New Jersey und verbindet das Meer mit den Großen Seen. Der East River fließt zwischen den Stadtteilen Manhattan und Bronx im Norden und Brooklyn und Queens im Süden. Besonders die verschiedenen Flussarme und die damit verbundenen wechselnden Strömungen sind nur etwas für echte Profis und erfordern viel Kraft und Konzentration. Darüber hinaus ist das verzweigte Kanalnetz viel befahren und die Wasserqualität dementsprechend schlecht, denn der gemeinsame Hafen New York/New Jersey gehört zu den größten der USA. Das war auch für die Marburgerin, die ansonsten eher im offenen Meer unterwegs ist, eine große Umstellung. „Überall Boote und Schiffe – New York war nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental eine große Herausforderung für mich. Jede noch so kleine Ablenkung kann einen komplett aus der Konzentration reißen“, erklärt Nathalie Pohl. Um das zu meistern, ist eine umfassende Vorbereitung mit täglich vielen Stunden im Wasser und speziellen Übungen mit ihrem Trainer Joshua Neuloh notwendig. Zudem unterstützte sie in New York erneut der Spitzenschwimmer Adam Walker mental vom Begleitboot aus.