Bodensee Dreiländerquerung

01.07.2016

Bodensee Dreiländerquerung

Gerade hat Nathalie Pohl die Straße von Gibraltar, die Meerenge zwischen Europa und Afrika, in Weltrekordzeit der Damen durchquert, ist schon die nächste Herausforderung geschafft. Am 1. Juli schwamm sie die Bodensee-Dreiländerquerung in Rekordzeit von 9 Stunden und 19 Minuten. „Der Bodensee und ich, das passt einfach. Es war ein grandioser Tag! Schon vor zwei Jahren hat mir das Wasser hier Glück gebracht und ich bin sehr stolz, dass auch heute hier alles so gut geklappt hat“, sagte die Sportlerin. Die 21-Jährige legte die rund 35 Kilometer lange Strecke von Lindau in Deutschland über Rorschach in der Schweiz bis hin ans österreichische Ufer bei Bregenz ohne Neoprenanzug zurück. Dabei gab es Schwankungen von über 10 Grad Wassertemperatur, die unter anderem dem eiskalten Rheinzufluss zu verdanken sind.

Hier ein persönlicher Bericht von Natahlie Pohl:

Drei Länder in einem Tag!
Ich war wieder mal am Bodensee, um eine weitere Strecke zu schwimmen.
Diesmal war es die Dreiländerquerung, wobei ich in Lindau gestartet bin, um dann in die Schweiz (Rorschach) und anschließend nach Österreich (Bregenz) zu schwimmen. Die Strecke war länger als die Breitenquerung, die ich vor zwei Jahren geschwommen bin. Es waren um die 36 km, die ich dieses Mal geschwommen bin. Es war absolut anders als damals, nachdem das Wetter dieses Jahr eher „Sommer untypisch“ ist und es die ganze Zeit nur regnete. Ich musste mein Schwimmen sogar um zwei Wochen nach hinten verschieben, da das Gewitterrisiko und auch viele andere Dinge wie Treibholz und Hochwasser das Schwimmen unmöglich machten.
Am Donnerstag Mittag kam ich in Lindau an. Ich ging in die Stadt, um nochmal Nudeln zu essen. Danach schlenderte ich ein wenig durch die Stadt und traf mich im Anschluss mit Adam. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihm und beschloss, mich an dem Tag nicht mehr locker einzuschwimmen
Abends bekam ich eine Massage und dann gingen wir zum Essen. Es fing an zu regnen und zu gewittern. Nach dem Essen schaute ich mir die Boote an, die mich am Folgetag begleiten sollten. Um 20 Uhr lag ich im Bett.
Am Freitag klingelte um halb fünf mein Wecker. Es folgte die Sache, die ich am wenigsten mag vor einem Schwimmen: das Frühstück! Ich zwang mich, vier Scheiben Toast zu essen. Frühstuck ist extrem wichtig, da sonst die Energiegetränke während des Schwimmens auf den Magen schlagen.
Anschließend ging ich raus und konzentrierte mich auf den Tag. Ich war etwas aufgeregt, da die Streckenlänge ungefähr so lang war wie der Ärmelkanal. Ich wusste aber, dass ich sehr gut vorbereitet war und es dieses Mal schaffen würde. Das Wetter war zum Startzeitpunkt noch nicht gut, das Wasser war sehr unruhig. Wir beschlossen dennoch zu starten.
Es gab zwei Boote, auf dem Kleineren waren mein Vater und Adam. Auf dem Größeren, welches die Strecke vorgibt, waren alle anderen, die zu dem Team gehörten, die so eine Querung überhaupt möglich machten.
Ich startete kurz nach sieben und schwamm in einem Tempo, was mir schwer fiel. Aber ich wusste: wenn ich am Anfang zu schnell schwimmen könnte es sein, dass es nach hinten raus zu einem Leistungsabfall kommt. Also ging es in einem gleichmäßigen Tempo in die Schweiz. Mir ging es gut und ich fühlte mich sehr gut. Kurz vor dem ersten Zwischenziel kam Adam ins Wasser, um mich etwas zu motivieren. Wir schwammen eine Weile nebeneinander her, bis ich in Rorschach aus dem Wasser musste. Ich stieg eine kleine Treppe hoch um das Wasser einmal komplett zu verlassen. Das muss sein, so sind die Regeln. Es musste aber sofort weiter gehen, weil so eine Pause gar nicht gut für den Kreislauf ist.
Die Stunden vergingen und ich kam endlich zu dem Rhein-Zufluss, ich dachte kurz, dass mein Herz stehen bleiben würde, als die Wassertemperatur von 20 Grad auf unter 10 Grad sank!
Nach kurzer Zeit war das zum Glück vorbei und weitere Stunden vergingen bis endlich das Ziel in Sicht war!
Kurz nach dem Rhein hatte ich ziemlich mit Schulterschmerzen zu kämpfen, die bis zum Ende immer stärker wurden. Meine Arme waren mehr als fertig und ich war heilfroh, dass ich das Ziel bald erreicht hatte.
In 9.19 Std und einer neuer Rekordzeit war ich angekommen!
Es war ein unglaublich hartes Schwimmen, was ich so schnell nicht vergessen werde!
Ich bedanke mich bei meinem Team und allen die an mich gedacht haben.