Weltrekord-Straße von Gibraltar

23.04.2016

Weltrekord - Strasse von Gibraltar

Ich habe es geschafft, in 2:53 bin ich die Straße von Gibraltar durchschwommen.
Die Woche vorher war ich auf Teneriffa im Trainingslager, um mich an ähnliche Bedingungen zu gewöhnen.
Ich wurde von Adam Walker begleitet,der mit mir an meiner Technik arbeitete und mich mental motivierte.
Es ist unglaublich wichtig für mich, mental stark zu sein. Denn es gibt immer Punkte an denen man überlegt, ob man noch weiter gehen kann.
Ich fühlte mich sehr gut im Training und freute mich, nach Tarifa zu fliegen. Am Freitag, den 22 April war es dann so weit.
Meine Überquerung war für Sonntag geplant, aber als wir am Freitag nachmittag zu Raffael - dem Organisator - fuhren, um die Route und andere Sachen zu besprechen, hieß es wir starten morgen früh um 10 Uhr. Das Wetter am Sonntag sollte nämlich so schlecht sein, dass eine Überquerung an diesem Tag nicht möglich war.
Ich war bereit und freute mich riesig und hoffte, dass ich vielleicht einen Delfin sehen würde, der mich ein Stück begleitet. Danach ging ich mit Adam kurz locker schwimmen und anschließend gingen wir direkt in die Stadt, um Abend zu essen. Ich wollte früh schlafen gehen,um 100% fit zu sein. Wie immer gab es Nudeln.
Mein Vater kam noch am selben Abend nach Tarifa. Er ist bei jedem wichtigem Schwimmen dabei und das schon von Anfang an. Nun konnte es wirklich los gehen.
Um kurz vor sieben ging ich zum Frühstück, um frühzeitig viel zu essen.
Danach ging ich noch einmal alles in Ruhe mit Adam durch. Er sagte mir, dass ich genug trainiert habe und ich mich jetzt einfach nur auf mein Schwimmen konzentrieren und Spaß haben sollte.
Ich zog meine Kopfhörer auf und wir fuhren zum Hafen, wo die Boote bereits auf uns warteten. Ich machte mich fertig, hörte ein letztes Lied und ging in mich. Meine Crew wünschte mir alles Gute und es ging los.
In Gibraltar gibt es bei einer Überquerung zwei Begleitboote, ein etwas größeres und ein Schnellboot (Dingi). Das Dingi fährt direkt neben dem Schwimmer und das größere gibt den Kurs an. Es ging los! Ich sprang ins ca. 15 Grad kalte Wasser und schwamm zu einem Felsen, an dem gestartet wurde. Das Startsignal ertönte und ich schwamm los. Ich war gut unterwegs und die starke Küstenströmung war schnell hinter mir gelassen. Die erste Stunde verging und ich bekam mein erstes Energiegetränk gereicht. Adam und mein Vater motivierten mich von Anfang an. Für mich ist es sehr wichtig, diese Unterstützung zu bekommen, denn es ist das Einzige, was man im Wasser mitbekommt. Ich fühlte mich sehr gut und fand schnell meinen Rhythmus. Die Sonne schien und spiegelte sich im Wasser, ein wunderschöner Moment. Meine Crew hat sogar einen Wal und Delphine gesehen. Die nächste Stunde verging und ich bekam das nächste Getränk. Ich wusste nicht, wie lange ich noch schwimmen würde, denn ein Wunsch von mir war es, dies nicht zu erfahren. Ich wollte nicht wissen, ob es noch eine oder drei Stunden sein würden. Es brachte mir nichts, außer den Gedanken daran, dass es noch lange dauern würde. Eine weitere Stunde verging und ich bekam einen Sponge Cake( super weicher Kuchen). Das esse ich am Liebsten während ich schwimme. Die ganzen Gels und Riegel nehme ich nur, wenn es unbedingt sein muss. Adam sagte mir, ich solle sprinten. Ich fragte nicht warum und dachte, es wäre wegen einer Strömung, ich sprintete los. Ich sah, wie Adam und mein Vater irgendetwas an der Stoppuhr schauten. Es kam mir vor, als würde ich auf der Stelle schwimmen. und die letzten 20 Minuten waren so anstrengend, dass ich mich fragte, wie lange ich dieses Tempo noch halten könnte. Ich hörte plötzlich Pfiffe vom Boot und konnte es nicht glauben, als unter mir Felsen auftauchten. Ich hatte es geschafft und war einfach nur glücklich, angekommen zu sein. Ich schwamm zurück zum Boot und dann wurde mir klar, dass ich die schnellste Frau war, die es je geschafft hatte.